VR und AR in der Medizin einzusetzen, ist keine neue Idee. Allerdings ist die Technologie erst jetzt weit genug entwickelt, dass sinnvolle Anwendungen im Alltag umgesetzt werden können. Mit alltagstauglichen Augmented Reality Brillen wie der HoloLens 2 von Microsoft profitieren Patienten künftig von einer erhöhten Sicherheit und Präzision bei schwierigen Eingriffen. Doch auch bei Untersuchungen und der Ausbildung können AR und VR in der Medizin zum Gamechanger werden. Die Märkte erkennen das Potenzial, denn hier könnte sich innerhalb weniger Jahre ein neuer Milliardenmarkt in der Medizintechnologie auftun.

Augmented Reality und Virtual Reality sind keine Nischenprodukte mehr

Bereits in fünf Jahren könnte der Marktwert für AR und VR in der Medizin die Schwelle von zehn Milliarden US-Dollar erreichen. Zu dieser Prognose kommt ein Marktforschungsreport, der auf Research and Markets veröffentlicht wurde [Quelle: https://mixed.de/virtual-reality-ar-in-der-medizin-potenzial-zum-milliarden-markt/]. Diese Einschätzung basiert auf den Entwicklungen von 2021 und 2022 (prognostiziert), könnte also noch eher als vorsichtig bezeichnet werden, wenn man die Effekte aktueller globaler Krisen auf die Wirtschaft berücksichtigt. In jedem Fall werden VR und AR in der Medizin künftig einen festen Platz einnehmen.

Immersive Technologien kommen in verschiedenen Bereichen der Medizin zum Einsatz

Drei Hauptbereiche sind für den Einsatz von Virtual-, Augmented- und Mixed-Reality in der Medizin besonders interessant:

  • Ausbildung und Training für ärztliches Personal und Pflegekräfte
  • Untersuchungen von Patienten
  • Praktische Anwendungen bei der Behandlung (z. B. bei Operationen)

Durch VR-Simulationen lassen sich schwierige Eingriffe an Patienten realitätsnah simulieren, ohne dabei echte Menschen zu gefährden. Auch Pflegekräfte können durch den Einsatz von AR-Brillen wie der HoloLens für besondere Probleme im Alltag sensibilisiert werden. So setzen Kliniken in der Schweiz bereits heute VR-Brillen für die Schulung im Bereich Krankenhaushygiene ein. Dabei lassen sich etwa gefährliche multiresistente Krankenhauskeime mittels VR und AR sichtbar machen, wodurch die Mitarbeitenden ihre Abläufe nachhaltig verbessern können.

Microsoft arbeitet derzeit an Simulationsumgebungen für die HoloLens 2 AR-Brille, um sie für medizinische Anwendungen zu optimieren. Dabei geht es nicht nur um die Ausbildung (z. B. für chirurgische Eingriffe), sondern auch um „echte“ Anwendungen für die Planung und Durchführung von Operationen. So könnte beispielsweise ein Spezialist in einem anderen Land bei komplizierten Eingriffen virtuell dabeisein und dank Hololens exakt das sehen, was der Operateur vor Ort sieht.

Kommentare, holografische Einblendungen von Diagnosedaten (z. B. MRT-Aufnahmen, die über die realen Bilder gelegt werden) und weitere Hilfsmittel würden Präzision und Sicherheit in Echtzeit erhöhen. Außerdem wird durch VR und AR in der Medizin der Zugang zum Fachwissen von Spezialisten über räumliche Grenzen hinweg wesentlich einfacher.

Microsoft HoloLens 2 Healthcare

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Vorteile für Patienten durch medizinische Anwendungen von AR und VR

Im Bereich medizinischer Untersuchungen gibt es schon heute VR-Brillen, die in der Augenheilkunde verwendet werden. Damit lassen sich zum Beispiel Sehtests wesentlich individueller durchführen und auf bestimmte Augenerkrankungen hin optimieren.

Exakte Bestimmung des Sichtfelds, Farbwahrnehmung oder Kontrastempfindlichkeit lassen sich mit diesem Hilfsmittel wesentlich schneller und exakter testen als früher.

AR in der Medizin

VR und AR Medizin

Sämtliche Untersuchungsergebnisse lassen sich natürlich über Cloud-Anbindung sofort teilen und somit Fachdiagnosen von Spezialisten in jeder beliebigen Arztpraxis vor Ort einholen. Doch auch für Patienten haben AR und VR in der Medizin konkrete Vorteile. Dass sich beispielsweise Angstpatienten beim Zahnarzt oder vor schwierigen Untersuchungen mittels Musik, beruhigenden Videos oder auch Hypnose beruhigen lassen, ist bekannt. Damit lässt sich der Einsatz von Narkose- und Schmerzmitteln oft deutlich reduzieren oder sogar verhindern.

Außerdem lassen sich Eingriffe über VR- und AR-Videos patientengerecht und nachvollziehbar erklären. Insbesondere bei Kindern ein wichtiger Faktor, der sich durch VR-Brillen und entsprechende Programme deutlich erweitern lässt. Insgesamt lässt sich festhalten, dass der Einsatz von Virtual und Augmented Reality in der Medizin großes Potenzial hat – und das nicht nur im Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit.

Fragen und Antworten zu VR und AR in der Medizin