Nicht immer stehen lokal die notwendigen Ressourcen zur Verfügung, um 3D-Modelle sowohl schnell als auch hochdetailliert zu rendern. Häufig ist nur eine Variante umsetzbar: schnell (was stets zu Lasten der Qualität geht) oder detailliert (was ein Problem in zeitkritischen Anwendungsfällen ist). Durch Azure Remote Rendering und das Outsourcing des Workloads lässt sich das Problem ohne hohen Aufwand beheben. HoloLens 2 ist dafür allerdings momentan Pflicht.

Was ist Azure Remote Rendering?

Bei Azure Remote Rendering (ARR) handelt es sich um einen Dienst von Microsoft, der die bestehende Azure-Infrastruktur nutzt, um mithilfe hoher Rechenkapazität jegliche Inhalte schnell und qualitativ hochwertig zu rendern. Das Ergebnis wird anschließend ausgeliefert an kompatible Geräte, wie Microsofts eigene HoloLens 2 (bzw. eventuelle Nachfolger). Abhängig vom Detailgrad können Nutzer anschließend in Echtzeit mit dem Videostream, der an HoloLens 2 gesendet wird, interagieren. Auch die Verwendung eigener Benutzerinterfaces ist möglich, sodass ein Unterschied zum lokalen Rendering auch auf Benutzerebene nur minimal ist.

Welche Features bietet das Remote Rendering?

Die Features, die Azure Remote Rendering für Unternehmen interessant machen, verteilen sich auf mehrere Bereiche:

  • 3D-Modelle lassen sich durch die Nutzung von aktuellen High-End-GPUs in ihrer Komplexität deutlich steigern. Was lokal vielleicht mit einer Komplexität von 100.000 Polygonen pro Frame möglich ist, könnte durch die Cloud und die damit einhergehende Rechenleistung um den Faktor 100 auf 10.000.000 Polygone gesteigert werden. Vor allem in Detailbereichen – etwa die Abbildung komplexer Maschinen – bietet dies Vorteile, die den recht hohen Preis des Dienstes rechtfertigen könnten.
  • Hochkomplexe Modelle führen auch bei der Verwendung einer aktuellen High-End-GPU nicht mehr zu akzeptablen Frameraten. Azure Remote Rendering unterstützt die simultane Verwendung mehrerer GPUs in einem SLI-ähnlichen Verbund (mindestens 42 TFLOPS werden dafür pro Szene bereitgestellt). Die Framerate des Videostreams wird damit deutlich gesteigert und die Interaktion ist für Menschen annehmbar möglich. Von diesem Prozess bekommen Anwender nichts mit, da Azure den aktuellen Workload automatisch verteilt.

Passende Benutzeroberflächen werden im Microsoft HoloLens 2 Remote Rendering ebenfalls bereitgestellt. Die Elemente, die Sie für die Steuerung der Benutzeroberfläche benötigen, werden durch Hybrid-Rendering ebenfalls in den Stream eingefügt. Falls Sie 3D-Objekte rendern und dabei auf ARR setzen, erhalten Sie somit ein fast identisches Erlebnis wie auf Ihrem eigenen Gerät (mit Ausnahme der Netzwerklatenz, die durch das Server-Client-Modell zwanghaft gegeben ist).

Microsoft HoloLens 2 Azure Remote Rendering

Preise

Vorgang Details West Europa/Preis Nord Europa/Preis
Remote Rendering (Standard) Standard-Remote Rendering bietet mindestens 8 TeraFLOPS Grafikleistung und kann Szenen mit bis zu 20 Millionen Polygonen rendern. €5,043/Stunde €4,656/Stunde
Remote Rendering (Premium) Premium-Remote Rendering bietet für größere Szenen mindestens 42 TeraFLOPS Grafikleistung und kann Szenen mit Hunderten von Millionen von Polygonen rendern. €26,311/Stunde €24,288/Stunde
Objektkonvertierung Für jedes 3D-Modell, das Sie rendern möchten, müssen Sie einmal eine Objektkonvertierung durchführen. Bei diesem Prozess wird Ihre FBX- oder GLTF-Quelldatei in ein für Remote Rendering optimiertes Format konvertiert. 100 kostenlose Transaktionen pro Monat
€0,633/Ressource
100 kostenlose Transaktionen pro Monat
€0,633/Ressource

Wie bringe ich Azure Remote Rendering zum Laufen?

Für die Verwendung von ARR ist ein PC oder Notebook mit mindestens Windows 10 (Version 1903 oder neuer) notwendig. Um lokal eine Vorschau von gerenderten 3D-Modellen in einer Engine wie Unity zu bekommen, ist außerdem eine GPU mit Hardwaredekodierung von H.265 notwendig (was auf die meisten modernen GPUs zutrifft). Auch bestimmte APUs, wie Skylake-Modelle (und neuer) von Intel, fallen darunter.

Um den Dienst verwenden zu können, ist außerdem zwingend HoloLens 2 als Gerät notwendig. Die erste Version wird nicht unterstützt. Weiterhin stehen noch keine Versionen für Linux oder MacOS bereit. Eine aktuelle Version des HEVC-Codecs für die Dekodierung des Videostreams bringt deutliche Latenzverbesserungen mit, weshalb es eine gute Idee ist, den Codec auf dem aktuellen Stand zu halten. Bestellen Sie die Microsoft HoloLens 2 Datenbrille und starten Sie noch heute mit dem Azure Remote Rendering.

Zuletzt benötigen Sie einige Software wie Visual Studio 2019, die aktuellen Visual Studio-Tools für Mixed Reality sowie GIT. Testen können Sie ARR schließlich unter https://azure.microsoft.com/de-de/services/remote-rendering. Bei Gefallen müssen Sie mit entsprechenden Kosten rechnen: Microsoft HoloLens 2 Remote Rendering gibt es natürlich nicht kostenlos, allerdings ist der Preis angesichts der Funktionalität und Performance angemessen und für Unternehmen vertretbar. Eine Einführung zum Thema Remote Rendering findet sich unter folgenden Link.

HoloLens-2-3D-Modelle

Lohnt es sich, auf eine Cloud-Infrastruktur zu setzen?

Für Unternehmen, die sowohl zeitnah verfügbare als auch hochqualitative 3D-Inhalte benötigen, kann Azure Remote Rendering die passende Lösung sein. Auf HoloLens 2 3D-Modelle darstellen zu können, funktioniert in der Praxis reibungslos. Die Qualität übertrifft dabei das, was lokal produziert werden kann, oft um ein Vielfaches. Wenn Sie sich mit der Latenz arrangieren können, die durch die Datenübertragung des Videostreams auftritt, sollten Sie das Angebot ausprobieren.

Fragen und Antworten zu Azure Remote Rendering

Wenn Sie mit hochauflösenden 3-D-Inhalten arbeiten, wie beispielsweise in der industriellen Werksverwaltung, der Designprüfung von beispielsweise komplexen dreidimensionalen Objekten oder in der generellen Planung, profitieren Sie von Azure Remote Rendering.

Bei dem klassischen Einsatz von Dezimierung, Modellkomprimierung und der Entfernung von Polygonen können wichtige und benötigte Details verloren gehen. Durch das Remote Rendering werden Inhalte in die Cloud geladen und direkt auf die Geräte in Echtzeit gestreamt. Dadurch gehen keine Informationen verloren und interaktive 3-D-Modelle können mit voller Qualität und allen Details verwendet werden.

Azure Remote Rendering ermöglicht qualitativhochwertige und präzise 3-D-Modelle. Dadurch werden schnellere Entscheidungen und effizientes Design ermöglicht. Des Weiteren dienen präzise 3-D-Modelle der Fortbildung und der Inspiration für Projektpartner.